Durch unterschiedliche Einflüsse ein flexibleres und kreativeres Arbeiten erreichen

Der allseits bekannte Fachkräftemangel in Deutschland hat schon vor Jahren die Grenzen großzügig geöffnet und viele Mitarbeiter und Führungskräfte unterschiedlicher Branchen ins Land geholt. Und auch die einfache Beschäftigung in der EU machte es für viele Firmeninhaber möglich, den Mitarbeiterstamm mit neuen Teammitgliedern aus den unterschiedlichsten Ländern aufzufüllen. Doch bei aller Freude über die Inspiration, welche von verschiedenen Kulturen meist ausgeht, darf man nie vergessen, dass die zusammengewürfelten Mitarbeiter gut zusammenarbeiten müssen.

people sitting in front of computer monitors
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Übung im Umgang mit verschiedenen Kulturen

Wenn die erste Hürde - die Auswahl und Einstellung von Fachkräften - genommen wurde, geht die Integration los. Große Betriebe, welche einen weitaus höheren Prozentsatz von Mitarbeitern aus dem Ausland beschäftigen, haben es eventuell einfacher. Man bekommt Übung im Umgang mit verschiedenen Kulturen, Religionen und sozialen Hintergründen. Bei kleineren und mittleren Unternehmen sind durchschnittlich nur 10 Prozent aller Mitarbeiter ausländischen Ursprungs, was die Zusammenarbeit anfänglich ins Stocken bringen kann.

Wie erfolgt die Kommunikation?

In großen Firmen mit vielen Mitarbeitern unterschiedlicher Länder wird meist auf Englisch zurückgegriffen. Bei kleineren Unternehmen darf auch darauf gehofft werden, dass ausländische Mitarbeiter und Führungskräfte über kurz oder lang Deutsch lernen. Doch sich verbal auszutauschen ist noch nicht alles. Es geht vielmehr um das Gefühl füreinander. Das Verstehen von unterschiedlichem Verhalten und Ansichten. Die Interpretation von Wörtern und Emotionen.

Feinfühlige Führung für erfolgreiche Arbeit

Treffen zwei oder mehrere Kulturen aufeinander, sprechen wir von Interkulturalität. Zwangsläufig kommt es zu einer gegenseitigen Beeinflussung. Deshalb sollte von Anfang an offen mit der Unterschiedlichkeit umgegangen werden. Vorausschauende Führungskräfte lassen sich schulen, damit sie ihren Mitarbeiter stets helfend zur Seite stehen können. Wer als Chef gekonnt mit der Diversität im Team umgeht, schafft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche gemeinschaftliche Arbeit.

group of people using laptop computer
Photo by Annie Spratt / Unsplash

Die Zusammensetzung entscheidet

Wenn keine Kultur überwiegt, sondern unterschiedliche Nationalitäten zusammenarbeiten, kann sich eine ausgewogene Zusammensetzung einstellen. Es entsteht keine Dominanz, alle Mitarbeiter arbeiten vereint und nicht in einzelnen Gruppen. Um dieses Ergebnis zu erreichen, sollte frühzeitig an die bestmögliche Zusammenstellung von neuen Mitarbeitern und Führungskräften gedacht werden.

Kreative und flexible Teams

Was ist der Vorteil, wenn viele kulturelle Einflüsse durch die Mitarbeiter in einem Unternehmen zusammenkommen? Die Arbeit wird kreativer und flexibler ablaufen. Gibt es ein konkretes Ziel für alle, dann werden die Kräfte gebündelt und gemeinsame Lösungswege gesucht. Hier kann jeder seine speziellen Fachkenntnisse und Ansichten einbringen. Strukturierende Arbeitsaufgaben sind dagegen nicht vorteilhaft. Dadurch könnte jeder für sich versuchen, seinen eigenen Weg zu gehen, was am Ende zu einem schlechteren Endergebnis führt.

Sich bei der Arbeit wohlfühlen

Wer sich mit ausländischen Mitarbeitern intensiv beschäftigt, hilft ihnen, in Deutschland anzukommen. Die kulturellen Unterschiede werden bewusst zur Kenntnis genommen. Sensibilität und ein offener Umgang sind gefragt. Ablehnung nicht zuzulassen und Respekt zu zeigen, hilft allen Mitarbeitern, sich bei der Arbeit wohlzufühlen. Es kann eine überaus bereichernde Erfahrung sein, die eigenen kulturellen, sprachlichen und fachlichen Erfahrungen mit denen von neuen Mitarbeitern zu verbinden.

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Photo by rawpixel / Unsplash

Assoziieren von unterschiedlichen Begriffen

Bemerkt man unter seinen Mitarbeitern bereits Kommunikationsprobleme, ist es höchste Zeit, mit entsprechenden Schulungen Hilfe zu geben. In Trainingseinheiten kann interkulturelle Kompetenz erworben werden. Was macht man in solchen Schulungen? Es geht in erster Linie um das miteinander Sprechen - was sich weitaus einfacher anhört als es ist. Das Assoziieren von unterschiedlichen Begriffen durch verschiedene Mitarbeiter erweitert im Rahmen solcher Schulungen die eigene Sichtweise.

Welche Kompetenzen können erworben werden?

Einfach gegliedert werden die Kompetenzen in Fach-, Sozial- und Selbstkompetenzen. Wer interkulturell interessiert ist, wird schnell kulturspezifische Kenntnisse erlernen, verfügt über eine verbesserte kommunikative Kompetenz und erfährt anhand von Selbstreflexion auch mehr über die eigene Persönlichkeit. Missverständnisse in Form von Fehldeutungen (Wörter, Emotionen) werden weniger und erleichtern die Zusammenarbeit in einem großen Team.

Verständnis für alle Kulturen erwerben

"Multikulti", "Interkulturalität" und andere Begriffe bezeichnen essentiell denselben Sachverhalt. Transkulturalität geht zusätzlich noch davon aus, dass die unterschiedlichen Kulturen nicht voneinander abgegrenzt zu betrachten sind, sondern als eine Mischung und Vernetzung verschiedener Kulturen. Verfechter der Transkulturalität vertreten die Ansicht, dass es durch die Globalisierung und durch die sie entstehende enge Vernetzung der Welt zu einer sogenannten Globalkultur kommt und Einzelkulturen bald der Vergangenheit angehören werden. Inwieweit einzelne Firmen mit ihren Mitarbeitern schon transkulturell sind, bleibt dahingestellt. Aber ein Ziel sollte es immer sein, Verständnis für alle Kulturen zu erwerben, gegenseitiges Vertrauen auszusprechen und für verbindende Erlebnisse zu sorgen.