Über die Bedeutung von Fachübersetzungen

Dass Übersetzen nicht gleich nur “Wörterbuch aufschlagen — Wort nachschauen — Wort übernehmen — fertig” bedeutet, sollte inzwischen jedem klar sein. Besonders deutlich wird dies im Zusammenhang bei der Übersetzung von fachspezifischen Texten.

Wissenschaftliche Publikationen, technische Anleitungen, Urkunden, Beipackzettel von Medikamenten — all diese Dokumente verwenden ein bestimmtes und vor allem gängiges Fachjargon, welches vom entsprechenden Zielpublikum problemlos verstanden wird. Übersetzer, die für einen fachspezifischen Bereich arbeiten, müssen dabei nicht nur die Sprache und Ausdrucksweise beherrschen, sie müssen sich auch in der Materie auskennen, inhaltlich folgen und Zusammenhänge erschließen können. Darüber hinaus gibt es oftmals feststehende Phrasen und Ausdrucksweisen — auch diese muss ein Übersetzer kennen. Er sollte ebenfalls ein Experte in dem jeweiligen Fachgebiet sein– sowohl in seiner Muttersprache als auch in seiner Arbeitssprache.

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Zu den Risiken und Nebenwirkungen der Übersetzung

Das beste Beispiel dafür sind Beipackzettel für ein Medikament — setzt sich ein Laie an die Übersetzung, dann ist es allein schon formal bald kein Beipackzettel mehr, die Übersetzung würde unseriös wirken, der Verbraucher verunsichert werden. Denn auch er ist das typische Format einer Packungsbeilage gewohnt: mit einer festen standardisierten Struktur. „Was müssen Sie vor der Anwendung von Medikament X beachten?“, „Wie ist Medikament X anzuwenden?“ — jeder kennt sie, jeder erwartet sie! Abgesehen davon erspart sich der Übersetzer dank dieser Standardisierungen eine Menge Arbeit — feststehende Ausdrücke und Formulierungen lassen sich häufig übernehmen.
Ein anderes Beispiel aus dem Bereich der Technik zeigt: Die inhaltliche Expertise des Übersetzers ist unabdingbar — nichts wäre fataler eine missverständliche oder gar falsche Bedienungsanleitung.
Aus diesem Grund sprechen wir hier bei lengoo nicht „nur“ von Übersetzern, sondern von Experten, die sich den eingehenden Aufträgen widmen. Sie sind spezialisiert auf mindestens ein Fachgebiet und kennen sich nicht nur sprachlich sondern auch inhaltlich mit der Thematik aus.

Lebenslanges Lernen

Während des Studiums werden angehende Übersetzer bereits darauf vorbereitet, sich in ein bestimmtes Fachgebiet einzuarbeiten. Da Fachübersetzungen den Großteil des Marktes ausmachen, wird empfohlen, dass man sich als Übersetzer in mindestens einem der großen Fachgebiete wie Wirtschaft, Informatik, Technik, Recht oder Medizin spezialisiert, um den eigenen Marktwert zu steigern.
Als Student an der Universität belegt man bereits entsprechende Kurse. Der Besuch fachspezifischer Vorlesungen vermittelt inhaltliche Kenntnisse, zunächst nur in der Muttersprache, spezielle Fachübersetzungskurse sorgen für die entsprechende Praxis und den Vergleich der muttersprachlichen und fremdsprachlichen Formulierungen. Die angehenden Übersetzer machen sich vertraut mit typischen Textstrukturen und dem Fachjargon in ihren Arbeitssprachen.
Die Wahl des Fachgebietes sollte immer auf einen Bereich fallen, der einen interessiert oder für den man meint eine Leidenschaft entwickeln zu können — denn nur dann wird sich der Übersetzer auch in Zukunft außerhalb der Aufträge mit dem Thema beschäftigen und sich gerne tiefer in die Materie einarbeiten. Denn besonders darauf kommt es an: Jede Branche stetig entwickelt sich stetig weiter — als Übersetzer trifft man immer wieder auf Neuerungen und Innovationen. Wie oft ändert sich beispielsweise die Gesetzeslage in Deutschland? Da ist es doch hilfreich, wenn man sich gesamtheitlich in dem Gebiet bereits auskennt und Neuerungen eventuell sogar schon kennt. Auch hier sollte der Übersetzer zweigleisig fahren und sich mit Spezifika auskennen, die seine Muttersprache sowie auch seine Arbeitssprache betreffen. Eine weitere wichtige Hilfestellung für einen erfolgreichen Übersetzer sind persönliche Kontakte in die jeweilige Sachgebietswelt. Jemand vom Fach, der Zusammenhänge und Sachverhalte noch einmal ausführlich erklären kann, ist unendlich viel wert.
Ein Übersetzer hat nie ausgelernt — und das ist gerade das Spannende an dem Beruf. Als Übersetzer erhält man immer wieder Aufträge über Themen, die einen gegebenenfalls vor neue Herausforderungen stellen und mit denen man sich außerhalb des Auftrages wohl nie beschäftigt hätte. Und dann ertappt man sich dabei, wie man neugierig nach weiteren Informationen dazu sucht, die Recherchearbeiten weiter vertieft und sich persönlich immer neue Fragen stellt, die man beantwortet wissen will. Und am Ende ist der Übersetzer zu einem IT-Experten herangewachsen. Sogar multilingual. Die Übersetzung eines fachspezifischen Artikels sollte demnach folgende Arbeitsschritte mindestens enthalten:
„Sachgebiet inhaltlich nachlesen und grundsätzlich verstehen — Fachwörterbuch aufschlagen — Wort nachschauen — noch ein Fachwörterbuch aufschlagen — Wort nachschauen — fachspezifische Glossare heranziehen — Wort nachschauen –Paralleltexte heraussuchen — Wort vergleichen — Wort inhaltlich und sprachlich korrekt übernehmen. Wörterbücher, Sachbücher, Glossarmappen, Fachliteratur und Paralleltextsammlungen zuschlagen.“