Wir geben Tipps um den Gebrauch zu erleichtern

Sie finden Deutsch ist eine schwere Sprache? Sie scheitern schnell an den Wechselpräpositionen, der N-Deklination, superlativierten Verben und Gender-Endungen genderloser Anglizismen? Dann willkommen im Club. Auch in Deutschland aufgewachsene Personen verzweifeln manchmal an der deutschen Rechtschreibung und Grammatik.

Sprache erlernen schon die Kleinsten. Sie hören interessiert ihrer Umwelt zu, sprechen nach und erhöhen täglich ihren Wortschatz. Mit dem Eintritt in den Schulalltag werden dann die oftmals komplizierten Rechtschreib- und Grammatikregeln erlernt. Aufgrund des Umfangs dauert das schon viele. Manche haben allerdings auch nach dem Abschluss noch ihre Schwierigkeiten, einen guten Satz fehlerfrei zu bilden.

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Photo by Charles Deluvio 🇵🇭🇨🇦 / Unsplash

Ein Komma, kein Komma

Welche Fehler sind die häufigsten? Kommas werden häufig nicht oder falsch gesetzt. Dabei gibt es nach der neuen Rechtsschreibreform nur noch sieben Regeln. Statt wie früher 52. Ein Komma wird gesetzt bei Aufzählungen, Nebensätzen, Bindewörtern, Datumsangaben, Hervorhebungen, Anreden, Stellungnahmen und so weiter. Doch alleine schon das fehlende Erkennen, was ein Haupt- und ein Nebensatz ist, schafft oftmals schlechte Voraussetzungen, das Komma richtig zu setzen.

So wird es geschrieben

Aber, sondern, jedoch – vor solchen und ähnlichen negativen Konjugationen steht auf jeden Fall ein Komma. Da bleibt Ihnen keine Wahl. „Je mehr Leute heute kommen, desto besser sind die Trinkgelder.“ Diese zweiteilige Konjunktion (je, desto) wird immer durch ein Komma getrennt. Egal, welcher Text dazwischen geschrieben wurde. Bei vorangestellten Nebensätzen (eingeleitet z.B. mit obwohl, obgleich, trotzdem) erfolgt ebenso eine Kommasetzung vor dem Hauptsatz.

Der Vorteil der Muttersprache

Die Nutzung von drei grammatikalische Geschlechtsformen (männlich, weiblich und neutral) hat so manchen Lernenden schon durcheinandergebracht. Warum sagt man „das Messer“ und „die Gabel“? Wer in Deutschland mit der Muttersprache aufgewachsen ist, kann meist schon intuitiv das richtige Pronomen (der, die, das) wählen. Für Ausländer heißt es, Augen zu und durch. Und natürlich alles auswendig lernen. Denn nicht immer ergeben Pronomen und Wort zusammen eine logische Verbindung.

Was meinst Du eigentlich?

Wörter sind Wörter. Könnte man meinen. Doch ihre Bedeutung kann durchaus unterschiedlich interpretiert werden. So gibt es für einige von ihnen Doppel- oder sogar Dreifachbedeutungen. Bank, Akt, Chip, Ente, Bein. Erst durch den jeweiligen Satzzusammenhang wird dann klar, was eigentlich gemeint ist. So ein Homonym kann leicht mal für Verwirrung oder Belustigung sorgen.

4 Fälle – 1 Hilfestellung

Wozu braucht unsere Sprache gleich vier Fälle? Andere kommen doch auch mit einem aus. Eine Antwort gibt es dazu nicht. Aber eine kleine Hilfestellung, wie man richtig mit Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genetiv umgeht. Da die Funktion des Wortes den jeweiligen Fall bestimmt, achten Sie ganz einfach darauf: Der Nominativ ist das Subjekt, der Akkusativ das direkte Objekt, der Dativ das indirekte Objekt und der Genitiv zeigt das Besitzverhältnis an.

Einzahl oder Mehrzahl?

Singular oder Plural? Ob Gegenstände einmal oder mehrere Male vorhanden sind, wird anhand des Gebrauchs von Einzahl und Mehrzahl deutlich. Ein Ball, viele Bälle. Ein Haus, viele Häuser. Fast alle Nomen können so in eine Pluralform abgewandelt werden. Doch Vorsicht: es gibt eine Vielzahl von Wörtern, welche es ausschließlich in Einzahl oder Mehrzahl gibt. Beispiele für dieses Singularetantum sind Gemüse, Durst oder Chaos. Und für das Pluraliatantum sind es Eltern, Ferien oder Alimente. Darüber hinaus gibt es 5 verschiedene Pluralendungen.

Gänsefüßchen richtig setzen

Das Thema Anführungszeichen ist für manche ein Buch mit sieben Siegeln. Warum eigentlich? Es gibt gar nicht so viele Regeln, welche man beachten muss. Jedes Zitat, also ein Satz einer anderen Person, benötigt Anführungszeichen. Genauso werden die Gänsefüßchen bei der direkten Rede verwendet: „Hau endlich ab!“ Auch Titel aus Büchern oder Filmen werden so kenntlich gemacht. Möchte man einigen Wörtern in seinem Text „noch eine besondere Bedeutung“ geben, kann man sie ebenfalls in Anführungszeichen setzen.

Einiges ist doch ganz gut

Das war jetzt ziemlich verwirrend? Dann denken wir doch ganz schnell an all die Vorteile, welche unsere Muttersprache mit sich bringt. Die da wären: alle Nennwörter werden großgeschrieben, man spricht wie man liest, Wörter können zusammengesetzt werden. So entstehen jedes Jahr neue und interessante Wortschöpfungen. Und wir haben 30 verschiedene Buchstaben. Darüber können Chinesen nur lachen. Denn sie nutzen über 8000.

Die Sprache verändert sich

Nicht nur die Rechtschreibung hat sich in den letzten Jahren reformiert. Alles, was mit unserer deutschen Sprache zu tun hat, unterliegt einem ständigen Wandel. Einige Wörter verschwinden und neue werden genutzt. Unser aktiver Wortschatz ist veränderlich. Besonders häufig treffen wir auf neue Wörter und Begriffe in der Werbung, in der Literatur und im Internet. Jede lebendige Sprache ist davon betroffen und wir dürfen gespannt sein, welche Wortschöpfungen im Jahr 2018 dazukommen.