Die Körpersprache spielt sowohl im Berufsleben als auch in Alltagssituationen eine mindestens genauso wichtige Rolle wie das gesprochene Wort. Mittels der nonverbalen Kommunikation senden wir ständig Botschaften und Signale an unser Gegenüber - auch wenn wir gerade nicht reden. Neben der Mimik und Gestik vermitteln wir auch durch unsere Körperhaltung, unsere Kleidung und Stimme, was wir fühlen und denken.

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Besonders für Vorstellungsgespräche, Gehaltsverhandlungen oder Präsentationen ist der bewusste und effektive Einsatz der Körpersprache grundlegend, um seine Botschaft an seinen Gesprächspartner oder sein Publikum erfolgreich und wirksam zu versenden. Andererseits haben wir die Möglichkeit die nonverbalen Zeichen unseres Gegenübers anhand seiner Körpersprache zu deuten und entsprechend darauf zu reagieren. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es keine allgemeingültige Körpersprache gibt, sondern sich die Bedeutung der nonverbalen Gesten und Mimiken je nach Kulturkreis unterscheiden.

Die Bedeutung der nonverbalen Botschaften in der Arbeitswelt
Ob für ein Bewerbungsgespräch oder ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten- das gesprochene Wort sollte man gezielt mit nonverbalen Signalen unterstützen. Da der Mensch während einer Unterhaltung oder einem Vortrag rund 80 % visuell wahrnimmt und nur 20 % des wörtlich Gesprochenen in Erinnerung behält, ist es grundlegend, seine Körpersprache zu steuern. So kann man seinem Gesprächspartner mit seiner Mimik und Gestik nonverbal vermitteln, dass man für eine Stelle geeignet ist oder eine Gehaltserhöhung durchaus verdient hat. Grundsätzlich strahlt eine aufrechte Körperhaltung, ein offener, freundlicher Blick sowie ein Lächeln Sympathie und Selbstbewusstsein aus. Um einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen, sind ein kräftiger Händedruck und ein Lächeln unabdingbar. Während eines Vorstellungsgespräches sollte man ständigen Blickkontakt mit seinem Gesprächspartner halten und seine Worte mit lebendiger Mimik und Gestik sowie fester Stimme unterstreichen. Dabei ist es ratsam, die Hände auf den Tisch zu legen, anstand unter dem Tisch zu verstecken oder die Arme zu verschränken, da dies Abwehr und Unsicherheit vermittelt. Wer dynamisch, selbstbewusst und kompetent wirken möchte, sollte dies auch nonverbal durch einen wachen und interessierten Gesichtsausdruck und passender Gestikulation kommunizieren. Mit einem seriösen Kleidungsstil, einem leichtes Parfum und für weibliche Bewerberinnen einem dezenten Makeup punktet man jedem Personalchef.

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Um eine gemeinsame Wellenlänge mit seinem Gesprächspartner zu erzeugen, kann man sich der „Spiegelung“ bedienen. Hierbei nimmt man die gleiche Körperhaltung ein oder macht die gleichen Gestiken wie sein Gegenüber, um Harmonie, gegenseitiges Vertrauen und eine angenehme Gesprächssituation zu erzeugen.
Speziell für Unterhaltungen im Stehen, wie im Aufzug oder der Kaffeeküche, sollte man auf eine gerade Körperhaltung und eine angemessene Distanz zu seinen Kollegen achten. Wer seinem Gegenüber zu nahe tritt, überschreitet die Grenze des Angenehmen und wirkt zu aufdringlich und dominant.

„Karriererisiken“ durch negative Körpersprache
Wer unpassende und falsche Körpersignale und Gesten aussendet, riskiert, seine eigene Karriere zu behindern. So sollte man nervöse und unsichere nonverbalen Signale, wie sinkende Schultern, eine gekrümmte Körperhaltung, verschränkte Arme oder Hände in den Hosentaschen, im Arbeitsleben streng vermeiden. Auch durch mit dem Kugelschreiber spielen, auf seine Lippen beißen, mit seinen Haaren spielen oder auf den Boden schauen wirken unsicher und inkompetent. Diese Gestiken hinterlassen einen sehr schlechten Eindruck bei dem Gesprächspartner und führen auch im Falle hervorragender Qualifikationen und Fähigkeiten zu einem negativen Gesprächsausgang.
Darüber hinaus sollte man sich speziell in Bezug auf ausländische Kollegen oder Geschäftspartner darüber bewusst sein, dass es kulturelle Unterschiede in der Bedeutung einiger nonverbalen Gestiken und Mimiken gibt, um Missverständnisse zu vermeiden. Wenn beispielsweise ein griechischer oder türkischer Geschäftsmann die Augenbrauchen hochzieht, ist das nicht ein Ausdruck der Verwunderung, sondern bedeutet eine Verneinung.

Erfolgreiche und effektive Kommunikation, verbal als auch nonverbal, spielt für die eigene Karriere als auch das Privatleben eine herausragende Rolle. Wer sich über die Wirkung seiner Körpersprache bewusst ist und gezielt positive, nonverbale Botschaften an seinen Gesprächspartner aussendet, kommuniziert sein Anliegen effizienter und kann den Gesprächsausgang zu seinen Gunsten mit passenden Mimiken und Gestiken beeinflussen.