Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Es ist an der Zeit, Weihnachtsgeschenke zu kaufen, Zug- und Flugtickets zur Familie oder zum Lieblings-Urlaubsort zu buchen, und Pläne für die Silvesternacht zu machen. Für uns bei lengoo ist aber vor allem die Zeit gekommen, einen Blick auf das vergangene Jahr zu werfen, und zu sehen, was die AI- und Tech-Highlights des Jahres 2018 waren.

blue plastic robot toy
Photo by Rock'n Roll Monkey / Unsplash

Januar 2018: Dronen bringen sich anhand von Verkehrsregeln und der Imitation von Fahrrad- und Autofahrern selbst ordnungsgemäßes Fliegen bei. Ein neuer Algorithmus der Universität Zürich macht es möglich, dass Dronen nicht nur hoch über Hausdächern allein ihren Weg finden können, sondern auch innerhalb von Städten keine Gefahr für Autos, Fahrräder, Fußgänger (oder sich selbst) darstellen.

Februar 2018: Gesprächsagenten wie Siri und Alexa sind zwar schon weit entwickelt, scheitern aber häufig noch an komplexeren Fragen. An der Carnegie Mellon University wird ein Agent entwickelt, welcher parallel zu seiner Arbeit von Menschen weitertrainiert wird, um ihn besser an menschliche Kommunikationsmuster anzupassen, anstatt Menschen zu zwingen, sich an das Gesprächsverhalten von Siri und Co. anzupassen.

März 2018: An der University of Illinois wird ein günstiger Landwirtschafts-Roboter vorgestellt, der mit verschiedensten Sensoren Pflanzen untersucht und die gesammelten Daten in Echtzeit an Smartphones oder Laptops der Nutzer weiterleitet. Der Roboter lässt sich trainieren und anpassen - je nachdem worauf er achten soll. Zum Beispiel Krankheiten können mit seiner Hilfe schnell gefunden und bekämpft werden, bevor sie sich auf einem gesamten Feld ausbreiten.

BB-8 on green grass field
Photo by Joseph Chan / Unsplash

April 2018: Gibt es Leben auf anderen Planeten? Seit April 2018 widmet sich eine künstliche Intelligenz der Royal Astronomical Society in London genau dieser Frage. Neuronale Netzwerke klassifizieren Planeten in verschiedene Kategorien und errechnen die Wahrscheinlichkeit, dass sich dort Leben befindet. Eines Tages sollen diese Ergebnisse verwendet werden, um Reisen auf womöglich bewohnbare - oder bereits bewohnte - Planeten zu planen. Der Realität von Interstellar sind wir dieses Jahr somit einen Schritt näher gekommen.

Mai 2018: In einer Kooperation der Universitäten Stanford und Seoul wird ein künstliches Nervensystem entwickelt, welches Prothesen sowie auch Robotern Reflexe und einen Tastsinn geben kann. In den Bereichen der Orthetik und Prothetik gab es in den letzten Jahren schon viele beeindruckende Fortschritte zu verzeichnen, diese Innovation geht nun aber einen bedeutenden Schritt weiter und ermöglicht weitaus mehr als "nur" Bewegung.

Juni 2018: Personalisierte Deep Learning Prozesse ermöglichen es, Roboter für die Autismus-Therapie einzusetzen. Diese neue Technologie stammt vom MIT, und soll Kindern im Rahmen ihrer Therapie dabei helfen, Emotionen verstehen zu lernen. Ein kinderfreundlicher Roboter kommuniziert zu diesem Zweck spielerisch mit ihnen, und passt sich dank seiner Lernfähigkeit an die Reaktionen und das Verhalten des jeweiligen Kindes an.

Photo by Erhan Astam / Unsplash

Juli 2018: Baidu beginnt mit der Massenproduktion selbstfahrender Mini-Busse. Baidus 14-Sitzer soll fürs Erste vor allem auf Flughäfen und an Tourismus-Hotspots in China verwendet werden. Die Lieferung der ersten Busse nach Japan ist für Anfang 2019 bereits fest geplant.

August 2018: Ein Team der University of Texas San Antonio (UTSA) entwickelt den weltweit kleinsten medizinischen Roboter. Dieser Roboter wurde aufgrund seiner Größe (120 nm, nicht sichtbar für das menschliche Auge) sofort ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen - dies ist für den Roboter und seine Entwickler aber ein vergleichsweise unbedeutender Erfolg. Tatsächlich ist für die Zukunft geplant, den Mini-Roboter zur Bekämpfung von Krebs und Alzheimer einzusetzen.

September 2018: GEOMAR lässt den Meeresboden von einer künstlichen Intelligenz untersuchen. Bisher war ein ungeheurer Zeitaufwand nötig, um einzelne Aufnahmen vom Meeresboden mit der jeweiligen Position, der exakten Tiefe und den Eigenschaften des umliegenden Wassers zu verbinden. Dieser Prozess wurde nun automatisiert und ermöglicht es dem Team aus Kiel, weitaus schnellere Fortschritte bei ihren Untersuchungen zu machen.

two white and black electronic device with wheels
Photo by Jelleke Vanooteghem / Unsplash

Oktober 2018: Cameron Buckner, Assistenzprofessor für Philosophie an der University of Houston, veröffentlicht einen Bericht, der die Nutzung künstlicher Intelligenz zum tieferen Verständnis menschlicher Intelligenz thematisiert. Lag der Fokus bisher vor allem darauf, dass AIs menschliche Fähigkeiten imitieren oder übertreffen sollen, erläutert Buckner nun einen vergleichsweise tiefgreifenderen Ansatz: Neuronale Netzwerke sind dem menschlichen Gehirn nachempfunden und machen es somit möglich, nachzuvollziehen, wie Menschen Wissen aufnehmen, verarbeiten und weiterentwickeln. Die genaue Beobachtung dieser künstlichen Netzwerke ermöglicht also neue Schlüsse über menschliches Denken und Wissen.

November 2018: Ein Team der Cornell University entwickelt Roboter, die ihre Umgebung wahrnehmen und sich dieser mit einer neuen Form anpassen - von ganz allein. Diese Multi-Zweck-Roboter können in den unterschiedlichsten Gebieten eingesetzt werden, ohne dass sie vor Ort für ihre Aufgaben jeweils neu programmiert und zusammengesetzt werden müssen.

Dezember 2018: Forscher der Yale University finden mit Hilfe neuronaler Netzwerke heraus, wie der Blickverlauf von Menschen in ihrer natürlichen Umgebung aussieht. Anhand von fMRI Scans untersucht das Team um Prof. Marvin Chun die Reaktionen des menschlichen Gehirns auf seine Umgebung und verwendet neuronale Netzwerke um den Blickverlauf vorherzusagen. Diese Erkenntnisse werden unter anderem in der Weiterentwicklung selbstfahrender Autos von großer Bedeutung sein.